klimaleugner

Stimmt alles gar nicht

Klimaskeptiker überziehen die Welt mit ihren Botschaften und bringen so manches Gemüt zum wanken was die Aussagen über Erderwärmung und Co angeht

Wir werden mit Nachrichten über die Probleme mit dem Klimawandel überflutet. Doch es gibt eine Fraktion, die zwar das gleiche tut wie die weltweite Presse – uns überfluten – deren Absichten aber von Aufklärung weit entfernt sind.

Systematisch sind die Klimaleugner damit beschäftigt, ihre Dementi und Desinformationen im Internet zu verbreiten. Top Botschaft: Klimaschwankungen sind ein natürliches Phänomen, das die Erde seit jeher begleitet. Hinter Klimaforschungsprojekten stecken handfeste finanzielle Interessen. Die Bürger haben für den Klimaschutz zu bezahlen, und werden belogen und ausgenommen, obwohl der Zusammenhang zwischen CO2 Anstieg in der Atmosphäre und der Erderwärmung nicht nachweisbar ist.

Das ist nicht korrekt. Und es hat unter anderem zur Folge, dass in der Bevölkerung ein fataler Eindruck entsteht. Es scheint, als gehe es darum, sich zwischen den Aussagen aus dem Klimaskeptizismus und den Botschaften des Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC), demjenigen Gremium der Klimaforschung, das die Erwärmungsphänomene einst bekannt gab, zu entscheiden. Leider gibt es diese Wahlmöglichkeit nicht. Und so schreiben beide Fraktionen gegeneinander an. Und die Klimaleugner sind durchaus erfolgreich. Das von vielen gelesene Kundenmagazin des Discounters Rossmann zum Beispiel brachte neulich einen vermeintlich ausgewogenen Artikel zur Klimaforschung mit Kommentaren von sogenannten Experten. In den folgenden Leserbriefen gab es großen Applaus zur Ausgewogenheit der Berichterstattung.

Man kann an diesen Reaktionen sehr genau erkennen, wie sehr die Strategie des climate sceptizism greift, wie sehr ihre Saat aufgeht, denn gezielte Desinformation gehört zu ihren Strategien. Die Leute scheinen derzeit übersättigt zu sein von den Botschaften des Schreckens und wenn dann einmal jemand etwas anderes erzählt wird, erscheint das schnell als plausible Gegenposition. Und man sieht an den Leserreaktionen auch, wie gerne Ihre Positionen aufgegriffen werden. Denn man will sich von der Klimabewegung nur ungern etwas vormachen lassen.

Die Nummer 1 unter den Anlässen zur Skepsis ist nach wie vor die Unsicherheit und Chaotik, die die Scenarios der Klimaforschung beinhalten. Wenn das ganze Klimasystem derart schwer voraussagbar ist und in sich immer chaotisch, weil von etlichen Faktoren beeinflusst, wie kann man dann die Daten der Klimaforschung als Basis für Maßnahmen anerkennen. Das zeige doch allein schon dass der Klimahype jeglicher Grundlagen entbehre. Man vergisst aber regelmäßig, zu erwähnen, dass Forschung stets die Unsicherheiten benennt, die einzelne Ergebnisse beinhalten. Gerade diese Angaben sind ja Teil der Objektivierbarkeit von Forschungsdaten.

Zweifel sind gegenüber Forschung und Berichterstattung immer berechtigt. Doch sie werden wirkungslos bleiben. Zumal die Skeptikergemeinde zweifelhafte Geldgeber hat. Und in dieser Hinsicht lassen sich die Leute ebenso ungern etwas vormachen. Was zählt ist, zu welchem Ergebnis der Einzelne bei seinen Überlegungen letztlich kommt. Vielleicht muss man im Kampf gegen den Klimawandel ein paar Menschen verloren geben. Doch gefährden wird das den Erfolg von Maßnahmen keineswegs. Der Konsens ist zu stark dafür. Wissenschaftlich und gesellschaftlich. In der Forschergemeinde genauso wie auf der Straße. Auf Klimakonferenzen genauso wie in Familien wissen wir, dass wir handeln müssen. Und das tun wir. Jetzt.

 

Claudia Ring, Kiel

 

 

 

 

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