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We will move ahead

Das Pariser Klimaschutzabkommen ungebremst umzusetzen, forderte Greenpeace gemeinsam mit weiten Teilen der Zivilgesellschaft und Delegierten zahlreicher Staaten am Abschlusstag der UN-Klimakonferenz (COP) in Marrakesch. „We Will Move Ahead“ stand auf einem 80 Quadratmeter großen Banner  vor dem Eingang zur Konferenz. Über die sozialen Medien wurde die Botschaft #we will move ahead anhand persönlicher Fotos aus der Zivilbevölkerung der gesamten Welt auf eine Mauer am Konferenzgebäude projiziert. „Es ist in Marrakesch eine neue Dynamik entstanden“ konstatierte die Tagesschau.

Von Claudia Ring

 

Die Ergebnisse, die in Marrakesch erzielt wurden sind zusammengefasst: mehr als 20 Länder, darunter Deutschland, die USA und Kanada, haben langfristige Pläne vorgelegt oder angekündigt, um die Ziele zu erreichen. China hat verlauten lassen, seine bisherigen Anstrengungen im Klimaschutz beizubehalten, ganz gleich wie sich die kommende US-Regierung hierbei verhält. Das Land avanciert zur neuen Führungsmacht im globalen Klimaschutz. Im Grunde zeigten sich alle Länder in Marrakesch ambitionierter als bisher. Die abschließende Botschaft von COP22: niemand wird sich von einem möglichen Austritt der USA aus der Allianz beirren lassen.

Der erstaunlichste Erfolg: 48 der am meisten vom Klimawandel bedrohten Staaten legten kurz vor Ende der Verhandlungen Pläne vor, ihre Energieversorgung von nun an ohne Kohle und durch Erneuerbare Energien sicherzustellen. Der Umweltminister von Gambia sagte dazu, dieser Schritt sei unabdingbar da es schon jetzt schwierig wäre, die Erwärmung unter 1,5 Grad zu halten. Es ist gut möglich, dass diese am stärksten betroffenen Regionen zukünftig den Takt vorgeben bei den Klimaverhandlungen.

„Die vom Klimawandel besonders betroffenen Entwicklungsländer dringen immer stärker auf Ergebnisse“, sagt Jennifer Morgan, die Geschäftsführerin der Umweltorganisation Greenpeace, „Leadership, würde ich sagen, kommt jetzt aus neuen Ecken. Es kommt aus Entwicklungsländern und nicht unbedingt aus der Europäischen Union oder anderen Industrieländern.“

Greenpeace betont in seinen Kommentaren vor allem das klare Signal, das die Konferenz aussendet. „Der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas wird konkreter, und er wird sich weiter beschleunigen müssen. Darauf müssen Investoren, Auto- und Energiekonzerne sich spätestens jetzt einstellen.“ sagte Geschäftsführer Martin Kaiser.  „Die Bundesregierung (…) muss ihren jüngsten Ankündigungen nun auch Taten folgen lassen. Es reicht für Deutschland nicht, Klimaziele für einzelne Branchen vorzulegen. Kanzlerin Merkel muss unmissverständlich festlegen, was diese Ziele tatsächlich bedeuten: einen Kohleausstieg innerhalb der kommenden 15 Jahre, die Abkehr von Verbrennungsmotor und Massentierhaltung, sowie den Schutz der Wälder.“

Nicolas Haeringer von 350.org zeigt sich trotz der guten Verhandlungsergebnisse besorgt, denn nach wie vor werden weltweit immer noch neue Kohlevorhaben geplant und in Gang gesetzt. Die neue Präsidentschaft in den USA und die damit verknüpfte Haltung gegenüber dem Klimaschutz könnten andere Länder als Alibi für ein Aufschieben ihrer eigenen Klimaschutzmaßnahmen verwenden. Gerade deshalb müsse die restliche Welt ihre Anstrengungen beschleunigen, mahnt der chief der Umweltorganisation.

Die Entscheidung der 48 Länder von nun an erneuerbare Energien einzusetzen, müsse als Maßstab für alle anderen gelten, sagt er. 350.org setzt sich derzeit für das Einfrieren aller fossilen Vorhaben weltweit ein. Einstellung neuer Kohle-, Öl- und Gasprojekte und die Finanzierung eines gerechten Umstiegs auf eine Zukunft mit 100 % erneuerbaren Energien für alle Doch die wahre Durchschlagkraft gehe nicht von Regierungschefs aus, so Haeringer, sondern von den Menschen in der weltweiten Klimaschutzbewegung und allen Befürwortern.

Zur Ausarbeitung des Abkommens zählten auch die geforderten Finanzhilfen reicher Staaten für die Bewältigung des Klimawandels in armen Ländern. Hierzu hat die Bundesregierung die finanziellen Hilfen aufgestockt und technologische Transfers angekündigt. Der Gipfel verabschiedete eine Erklärung, die den Weg für Verhandlungen über die Umsetzung des Pariser Abkommens freimacht. Es gibt einen Rahmen vor.Zahlreiche Details waren in Paris offen gelassen worden, zum Beispiel die Frage, wie die sehr unterschiedlichen Klimaziele der einzelnen Staaten miteinander vergleichbar gemacht werden. Bis zum Jahr 2018 sollen diese Regeln nun stehen. Den Vorsitz über die folgende Klimakonferenz nehmen die Fidschi Inseln ein. Die Konferenz selbst wird in Bonn stattfinden.

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