Strom vom Nachbarn

 

von Claudia Ring am 6 Mai 2017

 in Deutschland

Virtuelle Kraftwerke bündeln Energie aus Wind-, Solar- und Biogasanlagen und schicken damit unsere alten Kraftwerksgiganten zurück in die Vergangenheit. Grüner Strom für eine nachhaltige Zukunft entsteht heute vor unserer Haustür – und kann dort auch gleich vermarktet werden.

Von Claudia Ring

Zwischen Flensburg und der dänischen Grenze liegt der kleine Ort Medelby. Dort am nördlichsten Zipfel der Republik befindet sich der Firmensitz von Nordgröön Energie GmbH & Co. KG – und die wichtigsten Antworten auf die Probleme der Deutschen Energiewende. Konzepte, die in der Lage sind, viele Probleme auf einen Schlag zu lösen, wie zum Beispiel das der Schwankungen von Energie aus Wind und Sonne und des teuren Netzausbaus.

Mehrere hundert Solar-, Wind- und Biogasanlagen hat das Startup zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengefasst, um Energieproduktion und Nachfrage aufeinander abzustimmen, mit einer Leistung von derzeit über 1.000 Megawatt. Das entspricht in etwa der Größe eines Atomkraftwerkblocks. Der Strommarkt in Deutschland entwickelt sich weg von zentralen Großkraftwerken. Da virtuelle Kraftwerke an vielen verschiedenen Standorten Erzeugungsanlagen haben, nennt man sie auch Schwarm- oder Kombikraftwerke. Virtuelle Kraftwerke sind die Wunder der Energiewende. Von Schleswig-Holstein aus weitet sich das Nordgröön Netz langsam über die Landesgrenzen hinaus aus. Die Verschaltung im virtuellen Kraftwerk hilft den Anlagenbetreibern, ihre Produktion wirtschaftlicher zu fahren. Die Konditionen dafür sind gut. Nordgöön ist in der Lage, auch geringe Produktionsmengen ins Portfolio aufzunehmen, und bietet so auch kleineren Erzeugern die Möglichkeit, am Energiemarkt teilzunehmen. Der Ansatz hat Charme.

Der Strommarkt der Zukunft nimmt eine völlig andere Gestalt an

Ein Vertrag bei einem Ökostromanbieter zu haben und grünen Strom tatsächlich in die Steckdose zu bekommen, das sind immer noch zweierlei paar Schuh. Als Kunde eines grünen Stromanbieters bekomme ich in physikalischer Hinsicht einen Mix aus sogenanntem Graustrom nach Hause, in dem sich neben dem Strom aus erneuerbarer Erzeugung auch der aus fossilen Energieträgern und von Atomkraftwerken wiederfindet. Denn mein Energieversorger baut keine gesonderte Leitung vom Windpark zu mir nach Hause. Das bedeutet, ich bin was die kaufmännische Seite anbelangt Ökostromkunde, physikalisch gesehen bekomme ich aber den Mix aus dem lokalen Netz zu mir nach Hause geliefert, und der enthält die Energie, welche die umliegenden Kraftwerke und Anlagen erzeugen.

Letztendlich wird deshalb bei den Ökostromanbietern der Strom durch ein Zertifikat wieder „vergrünt“, so dass offiziell „Ökostrom“ dazu gesagt werden kann. Diesen Umweg fand man in Medelby zu lang. Im Nordgröön Modell will man die energiewirtschaftliche Seite und den physikalischen Stromfluss zusammenbringen und handelt den Strom deshalb nicht nur an der Börse, sondern verkauft ihn in der Region – so wie der Ökolandwirt seine Eier und Kartoffeln aus der Erzeugung direkt vor Ort vermarktet. Und alles, was vor Ort verbraucht wird, braucht keine neuen Netze.

Natürlich verdrängt mein Einkauf beim Ökostromanbieter die Produktion konventionellen Stromes an anderer Stelle. Ich unterstütze zudem mit meiner Wahl eines Ökostromanbieters den weiteren Ausbau der Energiewende. Je mehr Menschen sich also dafür entscheiden, Strom aus erneuerbaren Quellen zu beziehen, desto mehr bewegt sich in Sachen Energiewende. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, für unsere Konsumentscheidungen aber dennoch von Belang.

Strom vermarkten wie Kartoffeln vom Ökobauern nebenan

virtuele-kraftwerke-lokaler-strombezug Torge Wendt, Gründer und Geschäftsführer, Nordgröön Energie GmbH & Co. KG

Aber stellen Sie sich doch einmal vor, sie wohnen neben einer Windkraftanlage oder einer Biogasanlage. Wie attraktiv und wie naheliegend wäre es doch, Ihrem Nachbarn den Strom einfach abzukaufen? Nun, Nordgröön macht es möglich. Als Energiekunde kann ich ein direktes Kundenverhältnis mit einem nahegelegenen Erzeuger meiner Wahl eingehen. “Strom direkt aus der Nachbarschaft zu beziehen, das ging bis gestern nicht”, sagt Torge Wendt, der die Firma 2012 gegründet hat, und mit der er viel verändern will. 20 Mitarbeiter, eine flache Hierarchie, freies, kreatives Denken gepaart mit Initiative für Veränderungen auf dem Energiemarkt – das ist Nordgröön Energie in Medelby, Schleswig-Holstein.

Der lange Weg von A nach B ist immer die teurere Variante und die dezentrale Energieversorgung der effizienteste Weg, den die Energiewende einschlagen kann. Virtuelle Kraftwerke sind die passende Antwort auf zwei große Trends, die durch die Energiewende entstehen: die Dezentralisierung der Stromerzeugung und die zunehmende Einspeisung von Energie aus schwankenden Quellen. Das wird möglich durch virtuelle Vernetzung und digitale Steuerung in einem virtuellen Kraftwerk. Der Strommarkt der Zukunft nimmt damit eine völlig andere Gestalt an. Je mehr Strom aus erneuerbaren Quellen ins Netz eingespeist wird, desto wichtiger wird es, die vielen dezentralen Kraftwerke zu vernetzen intelligent zu managen. Wenn man viele Anlagen in einem Pool zusammenschaltet, lassen sie sich fast wie ein großes Kraftwerk steuern. Damit leisten virtuelle Kraftwerke einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes.

Virtuelle Kraftwerke leisten einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung des Stromnetzes

Milliarden an Daten laufen am Trading Desk über den Bildschirm. Bei Nordgröön hat man eine Echtzeitstrategie entwickelt, mit der die Vermarktung automatisiert betrieben und optimiert werden kann – für Windenergie, Biogas, Biomasse und Photovoltaik – mit komplizierten Algorithmen, die fortwährend aktuelle Wetterdaten und Windprognosen auswerten und gleichzeitig unterschiedliche Marktmodelle miteinander vergleichen. Am Steuerpult sitzen und Energiemengen verschieben – das ist eine spannende Aufgabe. Und sie erfordert viel Feingefühl und wache Präsenz, denn es gilt den günstigsten Zeitpunkt für einen Handel abzupassen und gleichzeitig die Prognosedaten nicht aus den Augen zu verlieren. Jede der Anlagen lässt sich einzeln und in Echtzeit anwählen.

Handeln mit den Energien für Morgen

Das IT-System beinhaltet auch Eintragungen der Anlagenbetreiber, wenn sie vom üblichen Betrieb abweichen, beispielsweise Meldungen wie, „ich fahre meinen Betrieb morgen schon früher herunter“ oder „es wird eine Wartung der Windturbine geben”. Auf die Abweichungen kann sofort reagiert werden. Die Anlagen lassen sich von der Leitstelle aus flexibel regulieren und deren Lasten sich verändern.

Am Nordgröön Trading Desk laufen alle eingehenden Informationen zusammen

Über eine Biomasseanlage zum Beispiel kann die sogenannte Regelenergie hergestellt werden, die man als Ausgleich für den volatilen der Windstrom benötigt. Biogas ist eine große Batterie. So eine Anlage wird heraus geregelt, wenn Windräder viel Energie produzieren und wird zugeschaltet, wenn Flaute herrscht. Diese Flexibilität hat im neuen Strommarktdesign einen hohen Stellenwert. Verringert sich der Strombedarf im Netz, kann am ehesten bei den Biogasanlagen justiert werden. Diese Flexibilität ist für den Ausgleich der volatilen Erzeugung von Sonnen- und Windenergie notwendig. Der Strom wird auf diese Weise geglättet. Und das stabilisiert die Netze. Die Biogasanlage wird so zu einer der Säulen der Energiewende.

Auch auf die aktuellen Börsenpreise kann und muss hier reagiert werden. Es gilt, den Handel fortlaufend zu optimieren. Fließt viel Strom ins Netz, fallen die Preise – und vice versa. Die Energiemengen müssen intelligent am Markt platziert werden – günstig kaufen und möglichst teuer verkaufen – heißt die Devise. Erstes Ziel ist es aber, durch genaue Prognosen Versorgungsrisiken im System zu reduzieren.

Hohe Kosten durch Energieüberschüsse

nachbarschaftsstrom Danyon Nolte, Unternehmenssteuerung bei Nordgröön Energie

Im Moment ist das nördlichste Bundesland eher für Probleme mit den Stromtrassen und teuren Überschüssen an Windstrom bekannt. Aber genau zur Lösung dieser Probleme wollen Geschäftsführer Torge Wendt und seine Mitarbeiter beitragen. Der Ausbau der Netze und Trassen für die Versorgung des Südens mit Windstrom aus Schleswig-Holstein ist noch nicht abgeschlossen und so verursachen bekanntlich und zu aller Ärger nicht abführbare Energieüberschüsse zusätzliche Kosten.

Das muss aber nicht so sein“, sagt Danyon Nolte, zuständig für die Unternehmenssteuerung bei Nordgröön Energie, „wir haben gute Lösungen um gerade diesen Strom direkt vor Ort einzusetzen. Nichts muss unnötig verpuffen. Flexibilität sollte honoriert werden. Je mehr Überschüsse direkt vor Ort genutzt werden können, desto wirtschaftlicher ist es für das Gesamtsystem.”

Angebot und Nachfrage in Einklang bringen

Die wichtigste Voraussetzung für einen stabilen und zuverlässigen Netzbetrieb ist ein ständiges Gleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -abnahme. Die Strommenge im öffentlichen Netz muss konstant gehalten werden. Hierzu wird Regelleistung benötigt, sobald die Summe der aktuellen Einspeisungen von der Verbrauchsmenge abweicht. Übertragungsnetzbetreiber sind zu einer ausreichenden Vorhaltung von Regelenergie verpflichtet. Nordgröön übernimmt für sie die Koordination von Verbrauch und Erzeugung, reagiert auf Netzbelastungen und bringt Angebot und Nachfrage zum Ausgleich. Strom, der aufgrund von hohen Produktionsspitzen abgeregelt werden müsste, kann so in der Region genutzt werden. So steigert man die Fähigkeit des Systems mit Überlastsituationen umzugehen, und das ist genau das, was der Markt für erneuerbare Energien jetzt braucht.

Die flexiblen Kraftwerke sind auch gefragt, weil immer mehr herkömmliche Kraftwerke vom Netz gehen und der Zubau der Erneuerbaren anhält. Sind dezentrale Versorgungsstrukturen und virtuelle Kraftwerke die Antwort auf die aktuellen Fragen der Energiewende? Zwei der brennendsten Fragen sind die Speicherung des Stromüberschusses und die Synchronisierung der Produktion mit dem Bedarf. Nordgröön setzt bei der Synchronisierung an. Dabei ergeben sich positive betriebswirtschaftliche Effekte, denn die Nachteile vieler Erneuerbarer-Energie-Anlagen liegen ursprünglich in der mangelnden Planbarkeit. Virtuelle Kraftwerke können das durch die Integration in ein größeres Erzeugungsgebilde kompensieren. Die einzelnen Anlagen eines virtuellen Kraftwerks können so gesteuert werden, dass sie möglichst zu Zeiten mit einer hohen elektrischen Gesamtlast Strom in das Netz einspeisen.

Volatiler Verbrauch bedarf neue Konzepte für den Energiemarkt

Volatiler Verbrauch und volatile Erzeugung erfordern neue Konzepte für den Energiemarkt – und das ist die Kernaufgabe des Unternehmens. Das Versorgungskonzept greift genau an dem Punkt, an dem die Probleme derzeit am größten sind. Weil die erzeugten Strommengen schwanken, benötigt das Netz zur Stabilisierung die Regelenergie. In Medelby stellt man sicher, dass Anlagen von anderen Betreibern einspringen, wenn Windparks bei Flauten die erforderlichen Mengen an Strom nicht produzieren können. Biogasanlagen können während Wind- oder Sonnenstrom Spitzenzeiten herunter geregelt – oder bei Flauten hinzu geschaltet werden. Diese Synchronisation von Erzeugung und Verbrauch bringt die nötige Flexibilität in den Prozess. Je mehr Energie dabei direkt vor Ort genutzt werden kann, desto effizienter das Modell. Vor allem reduziert es die finanzielle Belastung durch das EEG, da dieser Strom direkt vom Markt vergütet wird und nicht unter die EEG-Förderung fällt.

Ein dezentraler Markt, an dem Flexibilitäten angeboten werden können, macht durchaus Sinn. Denn bislang werden Anlagen bei Überproduktion häufig abgeschaltet, da die Netzkapazität nicht ausreichend ist. Der Strom aus Solarkraftwerken und Windparks verpufft, muss aber trotzdem bezahlt werden. Die Verbraucherpreise steigen.

Marktintegrateure für erneuerbare Energien

Auch auf der Abnehmerseite, beim Stromkunden, kann die Flexibilität angehoben werden. An dieser Stelle kommt das sogenannte Demand-Side Management ins Spiel. DMM bedeutet, die Nachfrage bei Abnehmern in Industrie, Gewerbe und Privathaushalten gezielt an das Energiesystem anzupassen. Die Nordgröön Kunden werden sich in Zukunft jederzeit online einen Eindruck darüber verschaffen können, wie die aktuelle Versorgungslage im Netz ist und entsprechend darauf reagieren können. Sie erhalten dann die Informationen beispielsweise über eine App und können ihren Energieverbrauch darauf einstellen, indem sie Spitzenproduktionszeiten dazu nutzen um Elektroautos aufzuladen oder zusätzliche Ladungen Wäsche zu waschen. Bevor Windräder abgeschaltet werden, schaltet man zuhause lieber zusätzliche Geräte ein und kann auch noch Geld sparen, indem man die preiswerte Energie in Hocherzeugungszeiten nutzt.

Auf dem Nordgröön Kundenportal finden Interessenten die Anlagen der Erzeuger in ihrer Nähe. Eine Karte zeigt die Entfernung zum Wohnort an. Das Ganze ist im Gegensatz zu bisherigen grünen Vermarktungsmodellen attraktiv, weil sich dabei die erzeugte Energie nicht zu Graustrom vermischt, wenn sich die Anlage in der Nähe befindet. Wenn ich einen ökologischen Erzeuger direkt in meiner Nähe beauftragen kann, kommen energiewirtschaftliche und die physikalischen Aspekte des Stromvertrages zur Deckung. Heißt: Ich bezahle regionalen Strom und ich bekomme regionalen Strom. Als Besitzer einer Windkraftanlage kann ich sogar mein eigener Kunde werden in diesem Konzept. Das große Plus dabei: Die Wertschöpfung bleibt in der eigenen Region und geht nicht über auf die großen Konzernriesen, die üblicherweise die Gewinne einstreichen. So kann der Anteil des konventionell erzeugten Stroms durch die regionale Direktvermarktung deutlich reduziert werden.

Es geht um nicht weniger als die Transformation unseres Energiesystems

Die Dezentralisierung der Deutschen Energielandschaft, also viele „kleinere“ erneuerbare Erzeuger statt großer Kraftwerke mit langen Lieferketten, ist ein Trend, der überall in Deutschland zu beobachten ist. Es geht dabei um nicht weniger als die Transformation unseres Energiesystems. Die Klimaschutzziele der Bundesregierung und der Europäischen Union erfordern zeitnahe, weitreichende Transformationen. Der Beitrag von Unternehmen wie Nordgröön zu Problemlösungen für die Energiewende kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Das gilt besonders für die Bereitstellung von Regelenergie. Sie schützt das Stromnetz vor Überlastung. Virtuelle Kraftwerke leisten einen großen Beitrag zur Netzstabilität. Gerade dieser Punkt wird von Kritikern der Energiewende am häufigsten moniert.

Das Team von Nordgröön Energie in Medelby

Für Verbraucher liegt der Charme dieser Art der Vermarktung von Ökostrom aber auch in der besonderen Beziehung zum Erzeuger. Er ist es aus der Lebensmittelbranche gewohnt, dass die Produktionsbedingungen von Eiern, Fleisch oder Gemüse für den Kunden transparent gemacht werden können. Nun gibt es diese Möglichkeit auch für Stromkunden. So kann der Kunde darüber entscheiden, an welche Anlage er sich ankoppeln möchte und überprüfen, welche Bedingungen die Stromerzeugung begleiten. Der Strom bekommt auf diese Weise für ihn ein Gesicht. Damit kann er auch ausschließen, dass er grünen Strom bei einem Anbieter kauft, der in seinem Portfolio ansonsten nach wie vor Atomstrom oder Strom aus fossilen Kohle- oder Gaskraftwerken führt, die er mit seinen Zahlungen nicht weiter unterstützen möchte.

Der Strom bekommt für den Verbraucher ein Gesicht

Einer der wichtigsten Aspekte in der Debatte um die Energiewende ist die Akzeptanz der Bürger gegenüber Windkrafträdern und Stromnetzen. Und gerade die lässt sich über ein solches Konzept sehr gut erhöhen. Denn je näher der Kunde dem Ursprung seines Produktes kommt, je mehr er darüber weiß, desto höher fällt seine Identifikation damit aus. Er hat es ein Stück weit in der Hand, wie sein Beitrag zum Klimaschutz ausfällt, und das schätzen viele Verbraucher. Und die Entscheider in der Politik wiederum wissen gerne Bescheid über die Einstellungen der Bürger zu den Projekten der Energiewende. Darum gibt die Bundesregierung auch immer wieder Studien zu deren Akzeptanzwerten in Auftrag. Für das gesamte Bundesgebiet liegt der Wert derzeit bei über 80%.

Ob Ost ob West, to Hus is Best

Die Wirksamkeit virtueller Kraftwerke war eine riesige Aufgabe für die Forschung. Aber die Arbeit hat sich gelohnt. Das Bestreben, Kohle- und Atomkraft durch regenerative Energien zu ersetzen, wird unsere Erzeugerstruktur grundlegend verändern. Doch politisch ist das Ganze für manchen im Bereich der Erneuerbaren Energien Tätigen ein Desaster. Finanzielle Anreize oder Belastungen an der falschen Stelle verlangsamen einen erfolgreichen Umbau des deutschen Energiesystems und bremsen sinnvolle Innovationen aus. Viele Menschen in Deutschland sehen aber in der dezentralen Energiegewinnung und der regionalen Direktvermarktung die Zukunft der Energiewende.

Die Bundesregierung hingegen paktiert nach wie vor lieber mit den vier Energieriesen. Die alten Energiedinosaurier, denen die Bürde der historischen Treibhausgasemissionen zu verdanken ist, kämpfen erbittert um ihre Marktanteile. Denn Konzepte wie das von Nordgröön sägen am Ast der zentralen Großversorger. Der Abwehrkampf gegen Erneuerbare ist in vollem Gange. Die öffentliche Presse ignoriert die Entwicklungen bislang recht erfolgreich. Doch wir wissen, Kohle und Co haben ausgedient.

Text: Claudia Ring, freie Journalistin, Kiel

veröffentlicht unter http://energyload.eu/?s=Strom+vom+Nachbarn

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